Von Ammerländer Weiten ins Tecklenburger Land: Der (feuchte) Auftakt einer Reise
Es ist dieses vertraute Kribbeln in den Waden, das sich meistens dann meldet, wenn die letzte große Tour viel zu lange her ist. Ein dreiviertel Jahr Pause ist für einen passionierten Radfahrer eine Ewigkeit. Den entscheidenden Anstoß für mein neues Abenteuer gab ein Telefonat im März: Mein alter Freund Frank rief zum Geburtstag an.
Wir sind ein eingeschworener Haufen ehemaliger Bundeswehr-Kameraden, die über die Jahrzehnte das Kunststück vollbracht haben, den Kontakt nie abreißen zu lassen. Frank und Markus leben in Köln, Klaus ist ohnehin immer mit von der Partie, wenn es etwas zu erleben gibt. Kurzerhand wurde der Plan geschmiedet: Drei Tage, zwei Räder, ein Ziel – Köln.
Der Startschuss in Ofen
Am Morgen des 6. Mai 2026 war es so weit. Das Garmin-Navi glänzte mit frisch aktualisierter Software, die Packtaschen waren verzurrt. Die ersten Kilometer ab Ofen fühlten sich an wie ein Besuch bei alten Bekannten – man kennt jeden Baum, jede Kurve. Doch mit jedem Kilometer Richtung Süden mischte sich das Unbekannte unter das Vertraute.
Eine Überraschung in Garrel
In Garrel legte ich den ersten Stopp ein. Die Sehnsucht nach einem Cappuccino führte mich in eine lokale Bäckerei, wo das Schicksal direkt Regie führte: Kaum am Tresen, spazierte Maria herein – eine enge Freundin meiner Schwägerin. Das Erstaunen war beiderseits riesig.
„Komm doch mit zum Frühstück nach Hause!“, bot sie herzlich an.
So verlockend die Einladung auch klang, der Blick auf die verbleibenden Kilometer bis Ibbenbüren zwang mich zur Vernunft. Es blieb bei einem kurzen Plausch, einem obligatorischen Selfie für die Familiengruppe und dem obligatorischen Koffein-Schub.
Wenn die Technik baden geht
Kurz nach der Pause zeigte der Mai sein ungemütliches Gesicht. Was die Wetter-Apps prophezeit hatten, traf mit voller Wucht ein: Dauerregen. Nach rund 42 Kilometern folgte der nächste Dämpfer. Mein treues Garmin-Navigationsgerät, das mich zehn Jahre lang klaglos über tausende Kilometer geleitet hatte, verabschiedete sich mit einem schwarzen Bildschirm. Ob es die eindringende Feuchtigkeit war oder schlicht die Altersmüdigkeit der Hardware – mitten im Nirgendwo stand ich ohne digitale Führung da.
Ab sofort hieß es: Smartphone-Navigation.
Das ist machbar, aber tückisch, wenn man keine Lenkerhalterung besitzt und für jeden Kontrollblick die Fahrt einhändig stabilisieren muss.
Planänderung in Quakenbrück
In Quakenbrück suchte ich Schutz für die Mittagspause. Der Regen peitschte mittlerweile so intensiv gegen die Scheiben, dass die Vernunft über den sportlichen Ehrgeiz siegte. Da die Prognose für den Nachmittag noch ungemütlicher aussah, entschied ich mich für die Schiene.
Die Bilanz des ersten Tages in Zahlen:
• Start: Ofen
• Etappenziel: Ibbenbüren
• Besonderes Vorkommnis: Totalausfall des Navis
• Ankunft Unterkunft: ca. 16:00 Uhr (nach Umstieg in Osnabrück)
Trotz der nassen Kleidung und des technischen Defekts ist die Stimmung gut. Die Unterkunft in Ibbenbüren ist trocken, und die Aussichten für morgen sind glänzend: Das Wetter soll deutlich besser werden.
Morgen geht es weiter über die Domstadt Münster bis nach Dortmund. Die Kilometer, die heute dem Regen zum Opfer fielen, werde ich morgen mit Rückenwind und hoffentlich trockenen Füßen nachholen. Köln, ich komme – Stück für Stück.

Na klasse, dass du wieder unterwegs bist. Was für einen ersten Tag du da hattest, egal, wie erfahren man ist, Regen kommt, wenn er will und Technik geht auch mal kaputt. Es war bestimmt sehr vernünftig, auf den Zug auszuweichen. Viel Spaß morgen und ich hoffe, dass der Wetterbericht dann auch stimmt.