Tour 26 Tag 3 Dortmund nach Köln

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Tour 26 Tag 3 Dortmund nach Köln

Das große Finale: Über Bahntrassen zum Dom

Der letzte Vorhang meiner Reise öffnete sich für ein echtes Postkarten-Idyll: Ein strahlend blauer Himmel über Dortmund weckte sofort die Vorfreude auf die finalen 106 Kilometer. Bevor es in den Sattel ging, genoss ich das Frühstück im obersten Stockwerk des Hotels. Der weite Blick über die Erwachende Stadt war der perfekte emotionale Startschuss für den Weg Richtung Rhein.

Dann das inzwischen routinierte Prozedere: Taschen verriegeln, ab in den Fahrstuhl zur Tiefgarage und hinaus in die Morgenluft.

Auf Schienen durch das Revier

Die ersten zehn Kilometer dienten dem Verlassen der Stadt, bevor die Tour ihren ganz besonderen Charakter entfaltete. Das Ruhrgebiet ist bekanntlich ein Labyrinth aus Geschichte und Industrie, und für Radfahrer bedeutet das vor allem eines: Bahnradwege.

Ehemalige Bahntrassen sind das Rückgrat dieser Etappe. Die Strecke forderte mich heute deutlich mehr als die Tage zuvor, da das Gelände spürbar hügeliger wurde. Doch das Schöne an alten Bahnlinien ist ihre moderate Steigung – sie wurden einst für schwere Züge gebaut, nicht für Bergziegen. So summierten sich die Höhenmeter kontinuierlich, blieben aber immer im „Genussbereich“.

Das Highlight: Die Nordbahntrasse

Nach einer kurzen Kaffeepause bei einem Bäcker in Wuppertal steuerte ich auf das Filetstück der heutigen Route zu: die Nordbahntrasse. Über elf Kilometer zieht sie sich durch die Stadt – breit ausgebaut wie eine Autobahn für Fahrräder, völlig ohne störende Ampeln und mit grandiosen Ausblicken.

Ein fast surreales Erlebnis waren die drei Tunnel, die die Trasse unterbrechen. Der längste misst fast einen halben Kilometer. Sobald man in den Berg eintaucht, fällt die Temperatur schlagartig ab – ein kühler Kontrast zum sonnigen Tag draußen. Es hat etwas Magisches, in das ferne Licht am Ende der Röhre zuzusteuern.

Kulinarik und Industriekultur

Zur Mittagszeit gönnte ich mir eine echte Stärkung. In einem kleinen vietnamesischen Restaurant fand ich genau die Energiequelle, die ich für den Endspurt brauchte. Das Essen war ausgezeichnet und eine willkommene Abwechslung zur bisherigen „Bäcker-Diät“.

Auf dem Weg Richtung Leverkusen wandelte sich das Bild erneut. Der Verkehr nahm merklich zu, die Straßen wurden breiter. Doch auch hier gab es optische Highlights: Die prächtigen Villen rund um das Bayerwerk in Leverkusen zeugen von einer prunkvollen Industriegeschichte und sind absolut sehenswert.

Das Ziel fest im Blick

Und dann, nach der Überquerung des Rheins, tauchte er endlich auf: der Kölner Dom. Von nun an war die Kathedrale mein Kompass. Die Fahrt am Rheinufer entlang war der krönende Abschluss. Auf dem top gepflegten Radweg lässt man die Kilometer fast schwerelos hinter sich, während links der Fluss glitzert und rechts die Vorfreude auf das Wiedersehen mit den alten Kameraden steigt.

Gegen 15:30 Uhr erreichte ich meine Unterkunft in Köln.

Fazit der Tour:

• Gesamtstrecke: Von Ofen bis Köln

• Heutige Etappe: 106 km mit ordentlich Höhenmetern

• Persönliches Resümee: Trotz technischer Tücken am ersten Tag und brennender Waden am dritten Tag war es jede Sekunde wert.

Jetzt heißt es: Fahrrad abstellen, Duschen und dann gemeinsam mit Frank, Markus und Klaus auf die Freundschaft und diese erfolgreiche Tour anstoßen. Köln, es war mir ein Vergnügen!

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