Tour 26 Tag 2 Ibbenbüren nach Dortmund

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Tour 26 Tag 2 Ibbenbüren nach Dortmund

Etappe Zwei: Zwischen Kanal-Idylle und Großstadt-Dschungel

Der zweite Tag meiner Reise von Ofen nach Köln begann mit der Routine, die jeder Reiseradler kennt: Ein prüfender Blick auf die Route, ein stärkendes Frühstück und das Tetris-Spiel, bis alle Habseligkeiten wieder perfekt in den Packtaschen verstaut sind. Um kurz nach acht rollte ich vom Hof in Ibbenbüren. Die Luft war mit 7 °C noch genauso bissig und kühl wie am Vortag, doch der Blick nach oben versprach Besserung: Es war trocken.

Das kleine Technik-Wunder

Die größte Überraschung des Morgens lieferte jedoch mein treuer, totgeglaubter Begleiter. Totgesagte leben länger – das Garmin-Navi erwachte wie durch ein Wunder wieder zum Dienst. Vielleicht brauchte die Hardware nach dem gestrigen Regenguss einfach nur eine Nacht im Trockenen, um sich zu besinnen. Es hielt den ganzen Tag ohne Murren durch und ersparte mir das hantieren mit dem Smartphone.

Kurs auf Münster: Freie Bahn für Radler

Nach den ersten Kilometern auf einer belebten Hauptstraße tauchte ich bald in das Geflecht aus ruhigen Nebenstrecken ein. Das Highlight des Vormittags: der Dortmund-Ems-Kanal. Fast bis nach Münster begleitete mich das glatte Band des Wassers.

Nach exakt 42 Kilometern erreichte ich die Fahrrad-Hauptstadt Münster. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, welchen Stellenwert das Rad hier genießt. Die Infrastruktur ist ein Traum – hier wird das Fahrrad nicht als Hindernis, sondern als vollwertiges Verkehrsmittel gefeiert. Nach einem kurzen Stopp ging es weiter, hinein in das sanfte Hinterland.

Einsame Wege und ein spätes Glück

Die Route führte mich nun über abgelegene Wirtschaftswege, weit weg vom hektischen Autoverkehr. Die Stille hatte allerdings ihren Preis: Die Zivilisation machte sich rar. Erst nach 75 Kilometern bot sich die erste Gelegenheit für eine Mittagspause. Es war kein Drei-Gänge-Menü, sondern schlicht die Backstation eines Supermarktes, aber in diesem Moment schmeckte das belegte Brötchen besser als jedes Luxus-Dinner.

Und dann geschah es: Die Sonne kam heraus. Zum ersten Mal seit dem Start in Ofen brachen die Strahlen durch die Wolkendecke und blieben mir bis zum Ziel treue Begleiter. Mit der Wärme im Rücken ließen sich die Kilometer durch den Dortmunder Speckgürtel fast wie von selbst abspulen.

Ankunft im Revier

Der Einzug in den Großraum Dortmund verlief reibungslos. Erst auf den letzten vier bis fünf Kilometern wurde es ungemütlich. Die Strecke führte entlang einer stark befahrenen Einfallstraße. Dank eines baulich getrennten Radwegs war die Sicherheit zwar gegeben, doch der tosende Verkehrslärm bildete einen harten Kontrast zur idyllischen Ruhe der vorangegangenen Stunden.

Pünktlich wie die Maurer erreichte ich gegen 16:00 Uhr meine reservierte Unterkunft.

Die Bilanz des Tages:

• Strecke: Ibbenbüren – Dortmund

• Wetter: Kühl, aber trocken und am Nachmittag sonnig

• Highlight: Das „Wunderheilung“ meines Navis und die Radwege in Münster

Morgen steht das große Finale an. 106 Kilometer trennen mich noch von Frank, Markus und dem Ziel in Köln. Es wird der anspruchsvollste Tag der Tour, denn im Vergleich zu heute verdoppeln sich die Höhenmeter. Die Waden müssen also noch einmal alles geben, bevor wir im Kreise der alten Kameraden anstoßen können.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Klaus

    Hallo Uwe, da hat sich dein Navigationsgerät ja tatsächlich erholt, eine tolle Überraschung. Der zweite Tag hörte sich bedeutend gemütlicher an als gestern. Jetzt bis du bestimmt schon wieder richtig im Trott und alle Sachen, die Satteltaschen morgens packen sind Routine. Viel Spaß bei der Weiterfahrt. Und vielleicht sehen wir uns morgen Abend noch kurz auf einen Absacker oder übermorgen früh zum Frühstück.

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