Tage 9 & 10 – Über die Langstrecke nach Port Macquarie, Wale am Leuchtturm und der Preisschock
Nach dem Frühstück machten wir uns recht zeitig auf den Weg, um die längste reine Fahretappe dieser Reise in Angriff zu nehmen. Gute 400 Kilometer lagen vor uns. Nach rund 100 Kilometern folgten wir einer Empfehlung aus dem Reiseführer und legten einen kleinen Abstecher nach Yamba ein, einem weiteren Küstenort auf der Route. Ehrlich gesagt hielt sich unsere Begeisterung dort in Grenzen: Unter dem verhangenen Himmel machte der Ort wenig her, und auch der Spaziergang an der Küste konnte nicht mit den bisherigen Erlebnissen mithalten. Wir hielten uns also nicht lange auf und fuhren zügig weiter.
Obwohl Sonntag war, herrschte auf dem Pacific Highway ordentlich Verkehr. Auffällig waren vor allem die extrem langen Lkw, die sogenannten Road Trains. Völlig ungewohnt und für unser deutsches Verkehrsverständnis leicht gewöhnungsbedürftig war die Tatsache, dass auf diesem fast autobahnähnlichen Highway auch Radfahrer unterwegs sein dürfen. Traurige Kehrseite des Fernverkehrs: Am Straßenrand sahen wir leider auch zwei überfahrene Kängurus.
Beeindruckend blieben auch die massiven Allradfahrzeuge der Einheimischen, die für Fahrten im Gelände ausgerüstet sind. Besonders prägnant sind die langen Funkantennen an den Stoßstangen, da die Mobilfunkabdeckung abseits der Städte keineswegs flächendeckend ist.
Gegen 16:00 Uhr erreichten wir schließlich Port Macquarie und checkten in unserer Unterkunft ein. Beim anschließenden Spaziergang an der Promenade fielen uns die unzähligen bunt bemalten Felsen auf, die dort als kunstvoller Hochwasserschutz aufgeschichtet sind. Nach diesem Rundgang verabschiedete sich die Sonne bereits am Horizont, und wir ließen den Abend ruhig ausklingen.
Tag 10: Uferlauf, Naturerlebnis und Wal-Beobachtung
Am nächsten Morgen genossen wir das Frühstück bei hellem Sonnenschein mit direktem Blick auf den Ozean, nachdem sich die letzten Wolken rasch verflüchtigt hatten. Am Vormittag absolvierten wir auf der gut ausgebauten Promenade unseren drittletzten Vorbereitungslauf für den Marathon in Sydney.
Nachmittags standen noch ein paar Einkäufe an, bevor wir den Sea Acres Rainforest Boardwalk besuchten. Der etwa 1,3 Kilometer lange Holzsteg führt mitten durch einen Küstenregenwald. Die Lichtspiele im dichten Grün und die Geräuschkulisse der Vogelwelt machten diesen Spaziergang zu einer sehr gelungenen Runde.
Danach fuhren wir zum örtlichen Leuchtturm. Der Stopp lohnte sich richtig: Auf dem Meer konnten wir etliche Buckelwale beobachten, die aus dem Wasser sprangen und mit großen Fontänen wieder eintauchten. Nach Süden bot sich zudem ein schöner Ausblick auf den Lighthouse Beach mit seinen mächtigen Brandungswellen.
Auf dem Rückweg steuerten wir noch eine Tankstelle an. Dabei zog ich ein kurzes finanzielles Fazit: Benzin ist hier tatsächlich der einzige Posten, der günstiger ist als in Deutschland. Ansonsten liegt das Preisniveau für den Alltag etwa 30 bis 50 Prozent höher als zu Hause. Alkoholische Getränke sind wegen der hohen Besteuerung ähnlich teuer wie in Skandinavien.
Morgen geht die Reise weiter nach Port Stephens – ab dort trennen uns nur noch knapp 160 Kilometer von Sydney.
