Tag 11 und 12 – Schaumweinfreie Erholung in Shoal Bay: Von Dünen, Koalas und Kürbis-Ravioli
Gegen 10:00 Uhr verließen wir das Mid Pacific Motel in Port Macquarie und steuerten unseren Wagen weiter gen Süden. Die reine Fahrzeit war mit etwa drei Stunden veranschlagt. Hätten wir den direkten Luftlinien-Weg nehmen können, wäre die Tour deutlich kürzer ausgefallen. Da unser Ziel Shoal Bay jedoch auf einer weit ins Meer ragenden Halbinsel liegt, mussten wir einen riesigen Schlenker um die Buchten herum fahren.
Wir verzichteten nach dem Start bewusst auf den schnellen Zubringer zum Pacific Highway und wählten stattdessen für einige Kilometer eine der touristischen Nebenstrecken. Auch wenn man dort nicht ganz so flott vorankommt, führt der Weg vorbei an malerischen Seen und durch beschauliche Ortschaften. Wir finden es unterwegs immer wieder extrem spannend, abseits der Hauptverkehrsachsen zu sehen, wie die Menschen hier abseits des Trubels leben.
Als wir später an einer der Highway-Raststätten eine kurze Pause einlegten, trauten wir unseren Augen kaum: Neben den unvermeidlichen Fast-Food-Ketten gab es tatsächlich einen Stand mit frisch gepressten Säften. Als Cappuccino- und Vitamingenießer ließen wir uns das natürlich nicht entgehen. Insgesamt ist die Essenskultur hier im Lande ja doch sehr amerikanisch geprägt – Burger-Bräter finden sich an jeder Ecke. Wer es etwas gesünder mag, weicht am besten auf die zahllosen hervorragenden asiatischen Restaurants oder ausgewählte kleine Cafés aus.
Ankunft in Shoal Bay und Kulinarik auf den letzten Drücker
Gegen 12:30 Uhr erreichten wir die reservierte Unterkunft und konnten glücklicherweise direkt einchecken. Gerade noch rechtzeitig sicherten wir uns in einem kleinen Café einen Tisch fürs Mittagsgericht: Es gab hervorragende Ravioli mit einer Füllung aus geröstetem Kürbis an einer feinen Knoblauchsoße – eine echte Wohltat nach der Autobahn-Etappe.
Frisch gestärkt machten wir uns auf, die nähere Umgebung zu Fuß zu erkunden. Nach einer kurzen Wanderung erreichten wir den örtlichen Leuchtturm, der einen fantastischen Panoramablick über die gesamte Bucht bietet. Wie vom Wetterbericht angekündigt, zog am Nachmittag jedoch eine Regenfront auf. Als der Dauerregen einsetzte, flüchteten wir zurück in die Unterkunft und ließen den Tag gemütlich im Trockenen ausklingen – was den müden Knochen ehrlich gesagt auch mal ganz gut tat.
Wüstenflair, Schutzzone für Beuteltiere und der vorletzte Lauf
Da das Koala Hospital in Port Macquarie leider geschlossen hatte, steuerten wir am nächsten Morgen das lokale Port Stephens Koala Sanctuary an. Das Refugium betreibt ebenfalls ein Hospital für die kleinen Eukalyptusfresser. Hier werden Tiere aufgepäppelt und medizinisch versorgt, die meist durch Kollisionen mit Autos oder Begegnungen mit Hunden verletzt wurden.
Ziel des Teams ist stets die Rückführung in die freie Wildbahn. Einige Tiere sind jedoch so stark beeinträchtigt, dass sie dauerhaft in der geschützten Anlage leben. Für die Besucher bietet das die Gelegenheit, die unglaublich niedlichen Beuteltiere aus nächster Nähe zu beobachten.
Gleich in der Nachbarschaft liegen die beeindruckenden Worimi Sand Dunes– eine schier unendliche Wüstenlandschaft direkt am Ozean und angeblich das größte zusammenhängende Küsten-Dünengebiet auf der gesamten Südhalbkugel. Die dort angebotene Trendsportart Sandboarding – also das Herabbrettern der Sandberge auf einer Art Snowboard – ließen wir allerdings schweren Herzens aus. Exakt vier Tage vor unserem großen Marathon wollte keiner von uns ein unnötiges Verletzungsrisiko eingehen!
Apropos Marathon: Zurück in der Unterkunft schnürten wir noch einmal die Laufschuhe und absolvierten auf den Straßen rund um Shoal Bay unseren vorletzten Vorbereitungslauf.
Den Nachmittag, an dem erneut ein Regenschauer über die Halbinsel zog, überbrückten wir tiefenentspannt im heißen Jacuzzi und bei ein paar ruhigen Bahnen im Pool.
Morgen schlagen wir schließlich das finale Kapitel auf: Es geht direkt nach Sydney! Dort wollen wir gegen 11:00 Uhr den Mietwagen abgeben, um pünktlich um 14:00 Uhr zum absoluten Highlight des morgigen Tages am Start zu sein: Dem legendären BridgeClimb auf das Gerüst der berühmten Harbour Bridge!
