Port Douglas – Koala-Kuscheln, Monster-Krokodile und Nächtliche Zoom-Calls
Wer geglaubt hatte, dass wir nach den Ausflügen zum Riff und in den Regenwald einfach mal bis 9:00 Uhr durchschlafen würden, der hatte die Rechnung ohne den Veranstalter unserer Marathonreise gemacht. Der setzte seine essenzielle Info-Veranstaltung nämlich kurzerhand per Zoom an – und wegen der Zeitverschiebung bedeutete das für uns: Klingelzeichen um 3:00 Uhr morgens!
Nach diesem nächtlichen Intermezzo verhalfen wir unseren müden Knochen zu etwas Extra-Schlaf und ließen den Morgen bewusst extrem ruhig angehen. Gegen 10:00 Uhr machten wir uns schließlich auf den kurzen Weg zum nahegelegenen Wildlife Habitat. Ziel des Tages: Ein tieferer Einblick in die heimische Tierwelt, ohne dass uns dabei in freier Wildbahn direkt eine Schlangen- oder Krokodil-Begegnung droht.
Promi-Besuch beim Koala und der flugunfähige Urzeit-Vogel
Direkt nach dem Eingang wartete schon das erste absolute Highlight auf uns: Ein Fototermin mit einem Koala! Das Tiefenentspannungs-Wunder hörte auf den Namen T.C. und bediente absolut jedes Niedlichkeits-Klischee.
Wir erfuhren, dass diese faszinierenden Beuteltiere im Schnitt 22 Stunden am Tag schlafen – ein Lebensstil, der uns nach der 3-Uhr-Morgen-Aktion verdammt sympathisch war!
Als Nächstes steuerten wir das Gehege des Helmkasuars (Cassowary) an. Auf unserer Fahrt durch den Daintree Rainforest hatten wir noch vergeblich Ausschau nach diesem imposanten, Urzeit-ähnlichen Großvogel gehalten. Während die Tiere im Regenwald völlig frei durchs dichte Grün streifen, mussten wir feststellen, dass der Kasuar hier im Zoo leider mit einem vergleichsweise eingeschränkten Lebensraum vorliebnehmen muss. Dennoch: Ein unglaublich faszinierendes und respekteinflößendes Geschöpf.
6,5 Meter Panzerechse und Schlangen-Kuscheln
Natürlich durften auch die echten Herrscher der Tropen nicht fehlen: Salzwasserkrokodile. In freier Wildbahn sind sie hier zwar überall heimisch, aber sie aus nächster Nähe zu beobachten – zum Glück durch eine beruhigend dicke Panzerglaswand – ist eine ganz andere Hausnummer.
Ausgewachsene Männchen bringen es auf stramme 6,5 Meter Länge und beeindrucken durch ihren gedrungenen, extrem massiven Kopf. Wir schauten bei einer kleinen Fütterungs- und Infovorführung zu. Im Rahmen dieser Präsentation wurde spontan noch eine echte Schlange durch das Publikum gereicht. Sylvia und ich nutzten die Gunst der Stunde für eine mutige Berührung – ein Erlebnis, auf das wir ohne die schützende Anwesenheit der professionellen Pfleger garantiert verzichtet hätten!
Kaffeepause mit Gefieder: Richtig knuffig wurde es anschließend bei einer kleinen Pause im hauseigenen Café. Hier wimmelte es nur so von bunt gefiederten, uns völlig unbekannten Vogelarten. Die Gäste zeigten keinerlei Scheu und kamen bis auf wenige Zentimeter an unsere Tische heran, um zu spitzeln, ob nicht der ein oder andere Krümel für sie abfällt.
Abschied von Port Douglas: Paradies auf Zeit
Den Nachmittag nutzten wir zum Durchatmen, um die kommenden Etappen unseres Australien-Trips durchzuplanen und einen letzten, ausgiebigen Spaziergang am gewaltigen Four Mile Beach zu genießen. Dabei fielen uns noch ein paar spannende Details über diesen charmanten Küstenort mit seinen rund 10.000 Einwohnern auf. Das gesamte Areal ist extrem gepflegt und die Wohnbereiche sind mit unglaublicher Liebe zum Detail angelegt, worauf überraschenderweise aber sehr viele Häuser und Apartments zum Verkauf standen. Auch das hiesige Klima hält eine kleine Besonderheit bereit: Für Europäer mag es gewöhnungsbedürftig klingen, aber der Südwinter ist hier die absolute Hauptreisezeit. Im Sommer ist es durch die anhaltende Regenzeit bei extrem hohen Temperaturen und drückender Luftfeuchtigkeit kaum auszuhalten.
Mit diesen letzten bunten Eindrücken ließen wir unseren finalen Abend im tropischen Norden entspannt und gemütlich ausklingen. Morgen verabschieden wir uns von Port Douglas: Es geht zum Flughafen und ab in den Flieger nach Brisbane, wo unser großer Roadtrip entlang der Küste seinen Anfang nehmen wird!
