Tag 6 – 20-Kilometer-Sightseeing, Schweinebraten in Übersee und Panoramablick vom Mount Coot-tha
Der Tag begann spektakulär: Beim Frühstück im 12. Stock unseres Hotels lag uns ganz Brisbane zu Füßen. Bei fantastischem Wetter blickten wir über die glitzernden Hochhäuser und die sanft geschwungenen Hügel im Umland. Die perfekte Dosis Motivation für das, was als Nächstes auf dem Programm stand – schließlich wartete ein strammer 20-Kilometer-Trainingslauf auf uns!
Um den lästigen Stadtverkehr und rote Fußgängerampeln zu vermeiden, wählten wir den kürzesten Weg hinunter zum Brisbane River. Die Uferpromenade entpuppte sich als absolutes Läuferparadies: flach, kreuzungsfrei und landschaftlich ein Genuss. Wir nutzten die Strecke für ein ausgiebiges „Sightseeing im Laufschritt“ und erliefen uns Highlight um Highlight der Metropole. Wir waren keineswegs allein – unzählige andere Läufer nutzten den herrlichen Tag für ihre Einheiten.
Nach knapp zweieinhalb Stunden, zahlreichen Fotostopps und vielen gelaufenen Kilometern für unsere Marathon-Form kamen wir erschöpft wieder an der Unterkunft an.
Ein Stück Heimat am anderen Ende der Welt
Frisch geduscht machten wir eine Entdeckung direkt vor unserer Haustür: den Deutschen Turnverein Brisbane. Dieser wurde bereits 1883 von 40 deutschen Auswanderern gegründet und hält bis heute deutsche Traditionen auf der anderen Seite der Erdkugel hoch.
Beim Betreten des Vereinsheims traute man seinen Augen und Ohren kaum:
- Tradition pur: Plakate kündigten das anstehende Oktoberfest an, und von den Wänden lächelten festlich dekorierte Karnevalsmajestäten.
- Heimatliche Speisekarte: Neben einer beachtlichen Auswahl an deutschem Bier gab es handfeste Klassiker der heimischen Küche.
- Acoustic Background: Im Hintergrund liefen deutsche Schlager und Volksmusik – eine herrlich schräge und extrem amüsante Zeitreise mitten in Queensland!
Rushhour-Kampf zum Mount Coot-tha Lookout
Den Nachmittag widmeten wir der besten Aussicht der Region: dem Mount Coot-tha Lookout. Der Berg erhebt sich westlich des Zentrums und versprach einen gigantischen Weitblick über die gesamte Millionenmetropole bis hin zur Küste.
Stop-and-Go im Großstadtdschungel: Da der Aussichtspunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln leider kaum sinnvoll zu erreichen war, mussten wir erneut mit dem Mietwagen ran. Die Fahrt entwickelte sich zum Geduldspiel: Der typische Nachmittagsverkehr einer 2,7-Millionen-Stadt hatte uns voll im Griff, sodass wir zeitweise mehr standen als fuhren.
Der Kampf durch die Rushhour hatte sich oben angekommen jedoch gelohnt: Der Panoramablick über das Häusermeer und das grüne Umland war schlichtweg atemberaubend und entschädigte für jeden Feierabendstau.
Den verbleibenden Abend ließen wir nach diesem vollgepackten Tag ganz entspannt ausklingen. Die Koffer sind schon wieder gepackt – morgen lassen wir die Großstadt hinter uns und setzen unseren Roadtrip weiter Richtung Süden fort. Nächster Halt: Das legendäre Byron Bay!
