Teil 9: Tag 8 – Hügel-Lauf, NRL-Rufe und Entschleunigung in Byron Bay
Den Tag starteten wir tiefenentspannt mit einem erstklassigen Frühstück in einem der unzähligen charmanten Cafés, für die Byron Bay so berühmt ist. Wer hier keinen guten Kaffee findet, dem ist ehrlich gesagt nicht mehr zu helfen. Nach dem Koffeinkick schlenderten wir gemütlich durch die Straßen, erledigten ein paar Besorgungen und stimmten uns mental auf die anstehende Pflichtaufgabe ein: Die Marathon-Vorbereitung macht schließlich auch im Surferparadies keine Pause!
Am späten Vormittag schnürten wir also die Laufschuhe. Die heutige Route hatte es allerdings in sich: Die erste Hälfte führte uns über die recht knackigen Hügel hinauf Richtung Leuchtturm, was den Oberschenkeln einiges abverlangte. Der Rückweg entschädigte dafür vollkommen, denn er verlief direkt über den festen Sand am Strand. Das Wetter spielte perfekt mit – die Temperaturen waren für Läufer ideal, zumal sich die Sonne bis zum Nachmittag brav hinter einer leichten Wolkendecke versteckte.
Eigentlich hatten wir für den Nachmittag noch einen Ausflug zu einem Wasserfall im Hinterland eingeplant. Als wir jedoch die Aussicht auf insgesamt zwei Stunden Schaukelrei im Auto gegen einen entspannten Nachmittag im Ort abwogen, siegte die Faulheit auf ganzer Linie. Wir strichen den Wasserfall kurzerhand von der Liste und widmeten uns stattdessen ausgiebig den vielen kleinen Boutiquen, Surfshops und Läden in Byron Bay. Man muss schließlich Prioritäten setzen.
Als sich der Tag dem Ende neigte, steuerten wir einen urigen Pub direkt am Strand an, der mit Live-Musik und Sportübertragungen lockte. Wir hatten nämlich einen heißen Insider-Tipp von unserem ehemaligen neuseeländischen Austauschschüler im Gepäck: Heute stand ein hochbrisantes Spiel in der NRL auf dem Programm – dieser halsbrecherischen, Rugby-ähnlichen Sportart, die hier unten wie eine Religion verehrt wird. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen!
Auf dem Weg zum Pub legte die Natur noch eine kurze Show-Einlage ein: Der Sonnenuntergang tauchte den Himmel und den Ozean in ein fantastisches, tiefes Rot. Im Pub angekommen, mischten wir uns unter die mitfiebernden Einheimischen, staunten über die kompromisslosen Tackles auf den Bildschirmen und ließen den Tag bei bester Stimmung und einem kühlen Getränk gemütlich ausklingen.
