Tage 18 bis 20 – Museumsblicke, Abschieds-Beer in Barangaroo und die Heimreise nach Bremen
Planen mit KI und Geschichte ohne Filter
Seit Tagen war es der erste Morgen, an dem uns kein Wecker aus dem Schlaf riss. Nach einem entspannten Frühstück machten wir uns daran, eine Sightseeing-Route abzulaufen, die wir uns am Abend zuvor von einer KI hatten zusammenstellen lassen. Erste Station war die St. Mary’s Cathedral, die größte Kathedrale Sydneys, ehe wir das Australian Museum ansteuerten.
Dort hofften wir, mehr über die Geschichte und das Schicksal der Aborigines zu erfahren. Die Ureinwohner Australiens lebten über Jahrtausende hinweg nach strengen Regeln, die darauf ausgelegt waren, jede Form von Verschwendung zu vermeiden und der Natur nur das zu entnehmen, was man wirklich zum Leben braucht – Grundsätze, die uns heute als Vorbild dienen könnten. Leider sparte die Ausstellung weitgehend aus, wie es den Aborigines nach der britischen Kolonisierung erging; eine Lücke in der Aufarbeitung, die man ähnlich auch aus den USA kennt. Immerhin wurde der mühevolle Kampf um Gleichberechtigung im vergangenen Jahrhundert thematisiert, auch wenn von echter Chancengleichheit wohl noch immer ein Stück Wegstrecke zurückzulegen ist.
Auf den Spuren des Marathons zum Mrs. Macquarie’s Chair
Anschließend schlenderten wir erneut durch den weitläufigen Botanischen Garten, der nicht nur unzählige heimische Pflanzen beherbergt, sondern auch eine grüne Oase der Ruhe bietet. Unser Weg führte uns bis zum Mrs. Macquarie’s Chair – einem Aussichtspunkt, den ein früherer Gouverneur einst für seine Frau anlegen ließ. Genau hier befand sich übrigens der letzte Wendepunkt unseres Marathons, etwa zwei Kilometer vor dem Ziel. In der Nähe ergab sich die Möglichkeit einen Hinweisschild auf einen Stadtteil zu fotografieren, dessen Namen tasächlich 8 x den Buchstaben „o“ beinhaltet. Hätte man mich vorher gefragt, ob es das gibt, httee ich vermutlich vermeint. Der Name heißt „Wooloomooloo“ – einfach herrlich.
Wir genossen den Blick über das Wasser und liefen an der Farm Cove entlang zurück in Richtung Oper. Die Uferpromenade nutzten zeitgleich hunderte Einheimische für eine sportliche Pause im Laufschritt.
Fährfahrt nach Manly Beach und Sonnenuntergang in Barangaroo
Nächster Programmpunkt war die Fahrt mit einer der öffentlichen Stadtfähren hinaus nach Manly Beach. Unter strahlend blauem Himmel schützten wir uns gründlich mit Sonnencreme vor der kräftigen Ozeansonne. Der Ausflug nach Manly lohnte sich sehr: Die Fußgängerzone mit ihren vielen kleinen Geschäften und Cafés lud zum Bummeln ein, und der Strand erwies sich als deutlich breiter und ansprechender als der berühmte Bondi Beach. Am Ufer beobachteten wir Surfschüler, die sich bei kleinerem Wellengang bereits wacker auf den Brettern hielten.
Nach der Rückkehr am Circular Quay verzichteten wir auf den direkten Weg ins Hotel und schlenderten stattdessen unter der Harbour Bridge hindurch. Dabei sahen wir zu, wie einer der riesigen Kreuzfahrer ablegte, die mitten im Zentrum festmachen. Als wir den Hafen von Barangaroo erreichten, senkte sich die Sonne bereits wieder dem Horizont entgegen. Wir sicherten uns Plätze in einer Bar direkt am Wasser, gönnten uns ein frisch gezapftes Happy-Hour-Bier und ließen die Erlebnisse der vergangenen zweieinhalb Wochen Revue passieren – die ersten Tage fühlten sich bereits meilenweit entfernt an. Mit dem exklusivsten Abendessen der gesamten Reise schlossen wir diesen letzten vollen Tag ab.
Der Kreis schließt sich: Urzeit-Tanne und Rückflug nach Bremen
Am nächsten Morgen stellten wir beim Frühstück fest, dass wir doch nicht die Einzigen aus unserer Reisegruppe waren, die erst heute abreisten, und nutzten die Zeit für ein letztes Gespräch mit den Mitreisenden. Da wir das Hotelzimmer erst um 12:00 Uhr räumen mussten, nutzten wir die verbleibenden Stunden für einen finalen Spaziergang durch den Botanischen Garten. Am Vortag hatte die Reiseleiterin von einer der ältesten Baumarten der Erde erzählt, von der nur noch extrem wenige Exemplare existieren: der Wollemie (Wollemia nobilis). Nach kurzer Suche entdeckten wir das seltene Nadelgehölz schließlich im Park.
Danach ging es zurück ins Hotel und auf kurzem Weg zum Flughafen. Beim Einchecken stand die Mitarbeiterin am Schalter vor einer kleinen logistischen Nuss: Auf uns warteten vier Flugabschnitte bis nach Bremen, während die Standard-Gepäckaufkleber nur Platz für drei Zwischenstopps boten. Pragmatisch wurde jedes Gepäckstück mit zwei Bändern versehen.
Mittlerweile sind wir wieder gut zu Hause angekommen – und auch sämtliche Koffer haben die vielen Umstiege unbeschadet überstanden. Damit endet der Bericht über diese rundum außergewöhnliche Reise!
