Australien 2026 – Tag 17 Blue Mountains

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Australien 2026 – Tag 17 Blue Mountains

Tag 17 – Ausflug in die Blue Mountains: Sandstein-Giganten, Steilkurven und Dingo-Begegnung

Morgenstund und Tunnelfahrt gen Westen

Der Wecker hatte uns nach den Strapazen des Marathons nicht viel Gnade gegönnt und klingelte erneut vor 6:00 Uhr. Bereits um 6:40 Uhr startete unser Tagesausflug in Richtung der Blue Mountains. Nach einem schnellen Frühstück ging es im Reisebus bei erneut strahlendem Sonnenschein los. Um den dichten Verkehr Sydneys zu umgehen, steuerte der Bus einen beeindruckenden, 22 Kilometer langen Autobahntunnel an. Aufgrund der recht saftigen Mautgebühren nutzten diesen zwar nur vergleichsweise wenige Fahrzeuge, was uns dafür eine absolut freie und zügige Fahrt bescherte. Nach gut einer Stunde Fahrt gen Westen erreichten wir schließlich die Ausläufer des Gebirges, das seinen Namen dem bläulichen Dunst verdankt, der durch das Verdampfen der ätherischen Öle der unzähligen Eukalyptusbäume entsteht.

Aussichtspunkte, Schluchten und die Three Sisters

An verschiedenen Aussichtspunkten legten wir Stopps ein, um den Blick über die schier endlosen Täler und ihre markanten Sandsteinformationen schweifen zu lassen. Absoluter Höhepunkt war dabei der Halt am berühmten Echo Point mit direktem Blick auf die legendäre Felsformation Three Sisters. Ehrlich gesagt waren die einzelnen Felsen im weltweiten Vergleich eher der Kategorie „ganz nett“ zuzuordnen – faszinierend war vielmehr die gewaltige Weite der von dichtem Grün überzogenen Täler. Auch ein Abstecher zu einem Wasserfall lebte weniger von spektakulären Fallhöhen als von der idyllischen Stimmung und der einzigartigen Flora vor Ort.

Rausch der Tiefe in der Scenic World

Das touristische Herzstück des Tages bildete der Besuch in der Scenic World. Das Abenteuer startete mit einer Fahrt in einer Panoramaseilbahn quer über eine tief eingerissene Schlucht. Der Clou dabei: Der Boden der Kabine schaltete sich erst während der Fahrt auf durchsichtig um und gab den Blick tief nach unten frei. Anschließend ging es mit einer weiteren Seilbahn steil hinab in den tief gelegenen Regenwald. Durch die dichte Vegetation und den wilden Wein in den Baumkronen herrscht dort unten ein ganz besonderes, spürbar kühleres Mikroklima. Ein hölzernes Stegsystem führte uns durch die verwunschene Urwaldkulisse.

Der Weg zurück nach oben hatte es in sich: Mit der steilsten Standseilbahn der Welt geht es durch einen schmalen Felstunnel extrem steil bergan. Das gesamte Areal war ursprünglich eine Kohlemine. Schon vor Jahrzehnten nutzten die Bergleute diese waghalsige Trasse an Wochenenden, um sich mit dem Transport mutiger Touristen ein Zubrot zu verdienen. Unwillkürlich fragte man sich, wie die Arbeiter diese gewaltigen Lasten früher ohne moderne Technik über diese Steigung bewegt haben.

Tiergarten-Kritik und Abendschein am Circular Quay

Auf der Rücktour legten wir einen Stopp in einem Tierpark ein. Hier bekamen wir noch einmal die geballte Ladung australischer Fauna präsentiert: Neben den unvermeidlichen Koalas und riesigen Kängurus gab es einige der giftigsten Schlangen der Welt sowie echte Dingos zu sehen – jene Wildhunde, die uns auf unserer Laufrunde in Port Douglas glücklicherweise noch erspart geblieben waren. Trotz der Faszination hinterließ der Zoobesuch bei Sylvia und mir gemischte Gefühle. Das Halten von Wildtieren auf begrenztem Raum fühlt sich einfach nicht richtig an, wenn man sie zuvor in freier Wildbahn erleben durfte. In der Auffangstation für verletzte Koalas vor einigen Tagen hatten wir bezüglich des Tierwohls ein deutlich besseres Gefühl.

Nach dem Zoo hielten wir am Olympiagelände, um uns von unserer Reiseleitung und dem Busfahrer zu verabschieden. Den letzten Streckenabschnitt legten wir mit einer der ikonischen Stadtfähren zurück. Die Fahrt führte uns im goldenen Licht der untergehenden Sonne direkt hinein zum Circular Quay im Herzen von Sydney. Nach diesem vollgepackten Tag rundeten wir den Abend mit einem letzten Spaziergang zum stimmungsvoll erleuchteten Opernhaus ab und ließen die Eindrücke in aller Ruhe nachwirken.

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